Ernährung bei Durchfall

Tipps vom Experten

Prinzipiell gilt: Viel trinken! Stilles Mineralwasser kann mit etwas Kochsalz angereichert werden, auch Kräutertees oder Elektrolytgetränke ohne Kohlensäure sind empfehlenswert. Der Appetit ist in der Akutphase oft vermindert, aber etwas Zwieback und eine leichte Gemüse- oder Hühnerbrühe tun dennoch meistens gut. Gegen den Durchfall wirken geriebene Äpfel und Möhren, da sie viel Pektin enthalten, das im Darm beruhigend wirkt. Auch Bananen oder Reis eignen sich als leichte Kost in der Zeit der Genesung.

Wer unter Durchfall leidet sollte Alkohol, Milch, Kaffee und die meisten Obstsäfte meiden. Auch die bei Kindern beliebte Kombination von Cola und Salzstangen ist bei Durchfall nicht zu empfehlen: Der Zucker in der Cola regt die Abführung von Wasser an und das enthaltene Koffein bringt die Nieren unnötig in Schwung. Zudem ist der Mineralstoffgewinn durch die Salzstangen minimal, denn dem Körper fehlt nicht nur Kochsalz.

Trinken, trinken, trinken

Sowohl Flüssigkeit als auch Mineralstoffe fehlen dem Körper während und nach einem überstandenen Durchfall. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit sollte ein Erwachsener während der Genesung deshalb pro Tag trinken.

Durchfall vorbeugen: Der Speiseplan macht den Unterschied

Für ein funktionierendes Verdauungssystem ist natürlich auch eine gesunde Ernährung von Bedeutung.

Eine besondere Bedeutung räumen einschlägige Ratgeber den Balaststoffen ein:
Die unverdaulichen Fasern in Obst, Gemüse und Getreide unterstützen die Darmbewegung, was den Transport des Nahrungsbreis und den Abbau von Schadstoffen beschleunigt. In Verbindung mit möglichst viel Wasser quellen diese Fasern auf und sorgen so für die nötige Füllung des Darms.

Rund 30 bis 50 Gramm Ballaststoffe pro Tag sehen Ernährungsexperten als ideal an - eine Schüssel Vollkorn-Müsli am Morgen ist also eine gute Basis. Etwa zehn Gramm Ballaststoffe sind in 100 Gramm Müsli enthalten, bei der gleichen Menge Obst oder Gemüse sind es rund drei Gramm.

Neben den Ballaststoffen spielen auch Milchsäurebakterien eine wichtige Rolle für die Verdauung:
Sie nisten sich auf der Darmschleimhaut ein und geben der Darmflora bei der Infektabwehr „Schützenhilfe”. Speisen wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut enthalten viele Milchsäurebakterien und gehören deshalb regelmäßig auf den Speiseplan.

Pommes und Burger sind für den Darm hingegen eine reine Strapaze – selbst wenn ein „Alibi-Salatblatt” beiliegt:
Bereits der Magen tut sich bei fetter Kost viel schwerer mit der Vorarbeit und der Darm reagiert ebenfalls äußerst träge, was den Verdauungsprozess deutlich in die Länge zieht.

Schonende Kost, viel Pektin

Wenn sich trotz Durchfall der erste Appetit oder ein leichtes Hungergefühl einstellt, ist sehr leichte Kost gefragt. Vor allem Obst und Gemüse mit viel Pektin unterstützen die Genesung.

Immer ruhig, immer genussvoll

Doch nicht nur die Speisen selbst wirken sich auf die Verdauung aus, sondern auch die Art und Weise der Nahrungsaufnahme. Wer immer hastig isst und zu wenig kaut, macht Magen und Darm mehr Arbeit als nötig und schluckt zudem viel Luft beim Essen. Die Folge: Blähungen und Völlegefühl bis hin zu Magenschmerzen. Es ist also schlicht gesünder, sein Essen zu genießen und sich die Zeit für eine ruhige Pause zu nehmen - „Slow Food” statt „Fast Food”. Bei der Folge der Mahlzeiten gilt nach wie vor die Volksweisheit:

„Morgens wie ein König, abends wie ein Bettelmann”

Die wertvollen Inhaltsstoffe eines reichhaltigen Frühstücks können vom Verdauungssystem in seiner Aktiv-Phase am Tage viel besser verwertet werden als nachts, wenn es eigentlich seine verdiente und notwendige Pause einlegen sollte.

Disziplin auf Reisen

Eine goldene Regel für Globetrotter lautet „cook it, peel it – or forget it!“ Will heißen: Alles, was man vor dem Verzehr kocht oder schält, ist okay – der Rest ist tabu. Die frische Orange vom Straßenhändler kann man sich schmecken lassen, den Apfel lässt man besser liegen. Zielführend ist diese Vorsichtsmaßnahme vor allem in Ländern mit anderen Hygienestandards als in Westeuropa. Die Trinkwasseraufbereitung ist in vielen Regionen auf einem anderen Niveau als in der Heimat, was die Menschen vor Ort gewohnt sind – Europäer jedoch oft nicht. Ist es in der bereisten Gegend zudem heiß, funktioniert auch die Kühlkette nicht immer ganz lückenlos – neben den genannten Einschränkungen empfiehlt sich dann zudem der Verzicht auf halbrohes Fleisch, rohe Schalentiere und Eiswürfel oder Getränke aus unversiegelten Flaschen. Empfindliche Menschen sind zudem gut beraten, selbst zum Zähneputzen abgekochtes Wasser zu verwenden und entsprechend gespültes Besteck zu benutzen. Und natürlich darf auch eine entsprechend ausgestattete Reiseapotheke nicht fehlen – informieren Sie sich bei einem Apotheker, welche Notfallmedikamente für die Reiseländer rund um den Globus sinnvoll sind.

RIEMSER Pharma GmbH