Mögliche Auswirkung von Antibiotika auf die Darmfunktion

Nach der oralen Einnahme gelangen die Antiobiotika in den oberen Darmabschnitt, den Dünndarm. Vom Dünndarm werden die Antibiotika resorbiert und gelangen dadurch in den Blutkreislauf und an den Ort der Entzündung. Obwohl die Medikamente so hergestellt werden, dass die Aufnahme in den Körper möglichst schnell und vollständig erfolgt, verbleiben dennoch geringe Mengen im Darm und wandern in tiefergelegene Darmabschnitte, um anschließend mit dem Stuhl ausgeschieden zu werden. Bei dieser Wanderung unterscheidet das Antibiotikum jedoch nicht zwischen "Freund und Feind", so dass es auch die im Darm befindlichen nützlichen Mirkoorganismen der Darmflora schädigen kann. Die Mikroorganismen der Darmflora sind sehr vielfältig und ihre Balance ist für eine funktionierende Verdauung und Gesundheit des Darmes unverzichtbar. Eine Störung dieses Gleichgewichtes kann die Nahrungsverwertung und die Immunabwehr des Körpers beeinflussen. Ausserdem können sich Krankheitserreger ansiedeln. Deshalb können nach oder während der oralen Gabe von Antibiotika Blähungen oder Durchfall entstehen.

Aber auch Antibiotika, die vollständig vom Dünndarm in den Körper aufgenommen werden, können einen Durchfall auslösen. Viele Antibiotika werden von der Leber abgebaut. Die Abfallprodukte dieses Prozesses gelangen dann in die Gallenblase, von wo aus sie mit der Gallenflüssigkeit in den Darm gelangen, wo sie die Darmflora schädigen. Auf diese Weise können selbst intravenös verabreichte Antibiotika die Darmflora schädigen und einen Durchfall auslösen.

RIEMSER Pharma GmbH