Die Risikogruppen

Menschen können ein unterschiedliches Risiko haben, an einem
durch Clostridium difficile hervorgerufenen Durchfall zu erkranken.

Es gibt also unterschiedliche Risikogruppen, von denen wir in der
Folge die wichtigsten beschreiben:

Einnahme von Antibiotika

Patienten, die Antibiotika einnehmen, haben ein höheres Risiko an einer CDAD zu erkranken. Die eingenommenen Antibiotika gelangen in den Darm, wo Sie normalerweise über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Genauso wie die Nährstoffe, die man mit der täglichen Nahrung zu sich nimmt. Das Blut transportiert das Antibiotikum an den Ort der Entzündung, wo es seine antibakterielle Wirkung entfalten kann. Oftmals werden aber Antibiotika nicht vollständig aufgenommen. Reste können im Darm verbleiben und die dort ansässigen nützlichen Darmbakterien angreifen und zum Teil abtöten. Das ist eine sehr gute Chance für Clostridium difficile, sich dort anstelle der nützlichen Darmbakterien anzusiedeln und zu vermehren. Wie hoch das Risiko konkret ist, hängt jedoch von weiteren Faktoren ab, wie z. B. dem Alter des Patienten, seinem Immunstatus und der Einnahme weiterer Medikamente. Wichtig zu beachten ist, dass auch eine vorangegangene und schon vor mehreren Tagen beendete Einnahme von Antibiotika Ursache für die Entstehung einer CDAD sein kann.

Geschwächtes Immunsystem

Wenn man sich mit Clostridium difficile angesteckt hat, hängt es entscheidend davon ab, wie das körpereigene Immunsystem darauf reagiert. Wenn es in der Lage ist, schnell und gut Antikörper gegen die Clostridien und die von den Clostridien gebildeten Toxine zu bilden, kann es sein, dass man sich nur ansteckt, aber nicht erkrankt. Wenn das nicht der Fall ist, kann das den Ausbruch der Erkrankung fördern und zugleich zu besonders schweren Krankheitsverläufen führen.

Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben also ein höheres Risiko an einer CDAD zu erkranken. Ein geschwächtes Immunsystem liegt insbesondere vor:

  1. in natürlicher Weise bei alten Menschen, insbesondere solche, die älter als 65 Jahre sind
  2. bei Menschen mit zusätzlich anderen Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen wie zum Beispiel Diabetes oder Tumorerkrankungen
  3. bei Menschen, die Medikamente einnehmen müssen, die das Immunsystem schwächen wie z. B. eine Chemotherapie bei Krebserkrankungen
  4. bei Menschen, die Therapien durchmachen müssen, die das Immunsystem schwächen wie z. B. die Bestrahlung bei Krebserkrankungen

Einnahme von Medikamenten, welche die Bildung von Magensäure hemmen

Viele Menschen bekommen in der heutigen Zeit regelmäßig Medikamente verordnet, welche die Bildung der Magensäure herabsetzen. Das sind Medikamente aus der Gruppe der Protonenpumpen-Inhibitoren oder H2-Antagonisten. Bei bestimmten Erkrankungen muss man diese Medikamente manchmal einnehmen. Häufig werden diese Medikamente über einen langen Zeitraum verordnet. Auf Grundlage neuerer Untersuchungen kann man davon ausgehen, dass die Einnahme solcher Medikamente das Risiko erhöht, sich mit Clostridium difficile anzustecken und an einer CDAD zu erkranken.

Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtungen oder Einrichtungen der medizinischen Versorgung

Menschen, die sich im Krankenhaus, Altenheim oder einer anderen Versorgungseinrichtung befinden, haben ein erhöhtes Risiko sich mit Clostridium difficile anzustecken, weil das Bakterium dort häufiger vorkommt. Es gibt dort mehr Menschen, die den Erreger in sich tragen und an die Umgebung abgeben, häufig ohne selbst krank zu sein. Außerdem gibt es in diesen Einrichtungen viel mehr Menschen mit Risikofaktoren, die den Ausbruch der Erkrankung fördern, nachdem man sich angesteckt hat. So gibt es zum Beispiel in einem Krankenhaus viele Menschen, die Antibiotika einnehmen müssen und die aufgrund weiterer Erkrankungen oder der Einnahme bestimmter Medikamente ein geschwächtes Immunsystem haben. In einem Altersheim gibt es besonders viele alte Menschen. All diese Faktoren führen dazu, dass das Erkrankungsrisiko in einer Pflegeeinrichtung wie einem Krankenhaus oder einem Altenheim höher ist.

RIEMSER Pharma GmbH