Die Risikofaktoren

Der Dickdarm des Menschen ist bereits mit nützlichen Bakterien besiedelt. Man bezeichnet diese als physiologische Darmflora. Diese Bakterien helfen dem Menschen bei der Verdauung und entfalten darüber hinaus weitere, für den Menschen nützliche Eigenschaften. Unter anderem verhindern sie, dass sich andere krankmachende Bakterien im Dickdarm ansiedeln und vermehren können. Das Prinzip ist sehr einfach, denn da wo bereits die nützlichen Darmbakterien sind, ist kein Platz für krankmachende Bakterien wie Clostridium difficile. Man bezeichnet dies als Kolonisationsresistenz. Wenn die Anzahl der nützlichen Darmbakterien durch bestimmte Umstände jedoch stark reduziert ist, geht diese Kolonisationsresistenz verloren. Somit entsteht Platz für das krankmachende Bakterium Clostridium difficile, das sich dann ansiedelt und sehr schnell vermehren kann. Dies führt zu einer Entzündung des Dickdarms und Durchfall.

Bei Menschen, die ansonsten jedoch gesund sind und ein normal funktionierendes Immunsystem haben, verläuft die Erkrankung meistens mild. In vielen Fällen übersteht der Mensch die Erkrankung, ohne dass er einen Arzt aufgesucht hat oder die Ursache diagnostiziert wurde. Wenn der betreffende Mensch jedoch ein geschwächtes Immunsystem hat, dass nur verzögert mit der Bekämpfung der Clostridien und deren Gifte beginnt, dann kann die Erkrankung auch einen deutlich schwereren Verlauf nehmen. Unter Umständen kann dann auch eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich werden.

Nicht zuletzt ist auch der jeweils verursachende Clostridien-Stamm ein spezifischer Risikofaktor. So gibt es verschiedene Stämme von Clostridien. Manche von ihnen bilden wenig der krankmachenden Toxine, manche mehr. Je mehr Toxin ein Clostridien-Stamm zu bilden vermag, desto größer ist das Risiko zu erkranken und desto höher ist auch das Risiko, dass die Erkrankung einen schweren Verlauf nimmt.

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